Achtung. Vorsicht. 5 Fehler beim Linkbuilding!

Linkbuilding waren einst eine ganz große Sache bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Es war die Suchmaschine von Google, die die Verlinkung einer Website als Rankingkriterium eingeführt hat. Und tatsächlich war das so etwas wie eine kleine Revolution. Die grundsätzliche Idee dabei: Eine Seite, auf die von anderen Seiten verlinkt wird, muss relevante Inhalte besitzen. Tatsächlich hat Google die Relevanz von Suchergebnissen durch Berücksichtigung von Links gesteigert. Das war ein wichtiges Kriterium für den immensen Aufstieg der Suchmaschine.

Da SEO-Experten jedoch bald mit Links von Linkfarmen und anderen dubiosen Seiten getrickst haben, hat Google seine Algorithmen durch Maßnahmen wie das Panda-Update im Laufe der Zeit verfeinert, um solche Manipulationen zu erschweren. In den letzten Jahren wird immer wieder einmal gemutmaßt, dass Linkbuilding nun komplett an Bedeutung verliert. Aber das ist bisher ein Gerücht.

Linkbuilding ist vielleicht nicht mehr ganz so wichtig wie früher. Aber es bleibt wichtig! Eine kluge Linkbuilding-Strategie kann auch heute noch dazu beitragen, das Ranking einer Website deutlich zu verbessern. Auf der anderen Seite kann eine schlechte Strategie aber auch kontraproduktiv sein. Wir stellen Ihnen deshalb hier fünf häufiger vorkommende Fehler bei Linkbuilding-Strategien vor, die Sie tunlichst vermeiden sollten. Also. Lesen. Nicht nachmachen!

1) Das falsche Streben nach Quantität statt Qualität!

Links von anderen Websites? Soviel wie möglich. Es gab Zeiten, da war das für viele Webmaster die wichtigste Maxime beim Linkbuilding. Man bemühte sich um Links von allen möglichen Seiten und nahm, was man kriegen konnte.

  • Man warb um Links von Linkfarmen, die nur dazu geschaffen waren, Verlinkungen auf andere Websites zu setzen.
  • Man ging möglichst viele Linkpartnerschaften mit anderen Webmastern ein, damit beide Seiten einander verlinken. Tatsächlich kann solch eine Partnerschaft sinnvoll sein, auch wenn Google solch eine gegenseitige Verlinkung tendenziell schlechter einstuft als einen Link ohne Gegenlink. Aber seine Partner sollte man sich sorgsam aussuchen.
  • Eventuell startete man große Kommentieraktionen auf möglichst vielen anderen Websites und verband damit die Hoffnung, dass möglichst viele dieser Kommentare inklusive Link zur eigenen Website genehmigt werden.

All das sollten Sie vermeiden, weil es keine Verlinkung im Sinne Googles ist. Sie erinnern sich? Google integrierte die Verlinkung in seine Rankingfaktoren, weil sie Ausdruck dafür ist, dass andere Webmaster den verlinkten Inhalt für relevant halten. Solche Links entstehen bei den oben beschriebenen Taktiken aber nicht und Google merkt das durch seine Updates in den letzten Jahren immer besser.

Das bedeutet: Setzen Sie beim Linkbuilding nicht auf Masse. Suchen Sie sich die Partner sorgsam aus, die Sie zu einer Linksetzung animieren möchten. Bestenfalls sind es Webmaster mit Seiten, die aufgrund eines hochwertigen Contents eine hohe Besucherzahl aufweisen und einen guten Ruf besitzen.

2) Hauptsache Traffic? Falsch.

Linkbuilding hat letztlich zwei Hauptziele. Es soll Google von der Wichtigkeit der Website überzeugen, damit sich das Ranking der Seite bei relevanten Suchanfragen verbessert. Die Links sollen aber zusätzlich direkt Traffic von anderen Seiten auf die eigene ziehen. Hierbei gilt ebenfalls, dass “möglichst viel” nicht das Ziel ist. Es geht um “möglichst viel relevanten Traffic”.

“Relevant” heißt hier: Diejenigen, die als Besucher auf die Seite kommen, können mit dem Seiteninhalt etwas anfangen. Ist das nicht der Fall, sind sie blitzschnell wieder weg. Und Google mag es nicht, wenn viele Menschen eine Seite nur ganz kurz besuchen und ganz schnell wieder verlassen. Falls Sie kommerzielle Ziele mit Ihrer Website verfolgen, senken Sie zudem die für Sie wichtige Conversion-Rate. Es kommen also vielleicht mehr Besucher, ohne dass mehr Menschen etwas bei Ihnen kaufen, bestellen, abonnieren.

Was bedeutet das alles? Planen Sie eine Verlinkung, die nicht irgendwen auf Ihre Website lockt, sondern Ihre Zielgruppe(n). Wenn Sie also beispielsweise italienische Delikatessen verkaufen, setzen Sie auf die Verlinkung mit Foodblogs, vielleicht mit Artikeln über italienische Küche auf Reiseseiten oder mit Artikeln in den Blogs von Online-Buchhändlern, falls passende Kochbücher vorgestellt werden.

Setzen Sie eher nicht auf Links von Autoblogs, Blogs über Kindererziehung, Onlinemagazine über Zahnmedizin oder Programmierung, so renommiert sie auch sein mögen. Bisweilen gibt es vielleicht eine thematische Überschneidung, die solche Links sinnvoll macht. Aber das ist selten. Wirklich selten!

3) Lassen Sie sich Zeit.

In der heutigen Zeit soll alles immer ganz schnell funktionieren. Schnelle Erfolge zählen. Eine neue Website ist da und zack … tausend andere Websites verlinken auf sie und hunderttausende Websucher kommen.

Natürlich kann es geschehen, dass man einen Artikel für eine frisch ins Netz gestellte Website schreibt und dieser Artikel zur richtigen Zeit publiziert wird. Er wird dann vielleicht von den richtigen Leuten entdeckt und verlinkt, sodass viele Leser kommen und viele weitere Leute Links setzen und noch mehr Leser kommen … Sie gewinnen dann mit einem einzigen Artikel zahlreiche Links renommierter Seiten und relevante Besucher für Ihre Seite. Sie werden reich und berühmt und alles ist gut.

Google ist heute “klug” genug, um solch eine Art der schnell wachsenden Verlinkung wie die oben beschriebene als etwas “Natürliches” zu identifizieren, das tatsächlich Ausdruck der Wertschätzung ist. So etwas ist allerdings eher die Ausnahme. Im Normalfall wird Google eine sehr schnell wachsende Verlinkung eher als Ausdruck eines Linkbuildings ansehen, das nicht für eine Wertschätzung der verlinkten Inhalte steht, sondern für einen Manipulationsversuch. Im ungünstigsten Fall droht dann eine Abstufung durch die Suchmaschine.

Links von relevanten Seiten zu gewinnen, die passende Besucher anziehen, benötigt in der Regel Zeit. Meistens wächst der Grad der Verlinkung daher analog zum Content. Beides sollte parallel wachsen. Sie sorgen für guten Content und informieren anschließend passende Multiplikatoren, die auf diesen Content verlinken könnten. Dann sorgen Sie für neuen guten Content und … so weiter.

4) Links? Bitte nicht immer auf die Startseite.

Manche SEO Experte geben bei der Verlinkung stets dasselbe Ziel für Verlinkungen an: die Startseite ihrer Website. Immer dieselbe Seite. Tun Sie das nicht! Betreiben Sie Linkbuilding für unterschiedlichste Seiten Ihres Webauftritts. Abhängig vom Internetprojekt, das Sie betreiben, kommen für unterschiedliche Artikel dann eventuell auch ganz unterschiedliche Linkgeber infrage.

Bleiben wir beim bereits genannten Beispiel des italienischen Delikatessenhändlers. Er sollte vielleicht für einen Artikel über Süßspeisen aus Kalabrien versuchen, Online-Kochmagazine als Linkgeber zu gewinnen. Bei einem Artikel über Rotweine der Toskana könnten dagegen Weinblogs die bessere Wahl sein. Jede Ihrer Seiten verdient eine etwas modifizierte Linkbuilding-Taktik, die auf sie zugeschnitten ist.

5) Isoliertes Linkbuilding taugt nichts.

Linkbuilding sollte man nicht als isolierte Maßnahme betrachten, sondern als Teil einer klugen SEO-Gesamtstrategie. Das bedeutet dann etwa, dass Sie nicht nur auf Linkbuilding, sondern auch auf eine geschickte interne Verlinkung achten. Ladezeiten spielen bei Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle. Nutzerfreundlichkeit und Mobile Optimierung sind auch wichtig.

Und letztlich geht es (wie bereits erwähnt) auch nicht darum, irgendwelche Besucher anzulocken. Deshalb geht moderne Suchmaschinenoptimierung (SEO) Hand in Hand mit guter Conversion-Optimierung. Eine gute Linkbuilding-Taktik integriert sich als wichtiger Bestandteil in eine Gesamtstrategie. Sie nimmt die ihr gebührende Zeit in Anspruch, ohne alles andere zu dominieren, was ebenfalls wichtig ist. So (und nur so) wird Linkbuilding zum intelligent eingesetzten Instrument für eine erfolgreiche Website.

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